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GARTENHAUS FONTENAY

Mittelweg 183

Das Gartenhaus Fontenay ist eines der letzten Zeugnisse der Bebauung vor dem Dammtor. Das um 1820 errichtete Landhaus war ursprünglich Teil der nach ihrem Bauherrn John Fontenay benannten Siedlungsanlage Fontenay, die sich vom Mittelweg bis an die Alster erstreckte. Die bis heute erhaltenen Häuser Mittelweg 183 und 185 wurden 1954 im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages für die Dauer von 99 Jahren an die Freie und Hansestadt Hamburg übertragen. Im Gegensatz zu dem vom Mieter renovierten Nachbargebäude stand das Gartenhaus Fontenay seit 1997 leer und wurde im Jahr 2000 durch Brandstiftung schwer beschädigt. Die Stiftung Denkmalpflege rettete das Baudenkmal und vermietet es. Seit 2008 ist es Sitz des Ägyptischen Generalkonsulats.

Die klassizistischen Gebäude Mittelweg 183 und 185 stellen die früheste Bebauung dieser Region vor den Toren Hamburgs dar: Ein herrschaftliches Landhaus als massiver Backsteinbau und ein Doppelhaus in Fachwerk ausgeführt. Sie sind von erheblicher Bedeutung für die Geschichte Hamburgs als erste Zeugnisse der bürgerlichen Bebauung und Besiedlung des Klosterlandes Harvestehude.

John Fontenay und seine Siedlung

John Fontenay, der um 1800 aus Amerika nach Hamburg eingewandert war, hatte bereits vor 1806 Grundstücke erworben, die zum Klosterland vor der Hamburger Befestigung am Dammtor gehörten. 1813 bauten die Franzosen Hamburg noch einmal zur Festung aus und machten das Gebiet vor den Toren dem Erdboden gleich, um freies Schussfeld zu haben. Nach der „Franzosenzeit“ kehrte Fontenay, der im Exil gewesen war, zurück und kaufte weiteres Land auf diesem Gelände. Um 1816 erbaute er sich mit dem Gebäude Mittelweg 185 ein zwar im Vergleich zu den Villen am Elbhang bescheidenes aber dennoch repräsentatives Landhaus, das er ständig bewohnte. Er war einer der ersten, die in Harvestehude wohnten, und hatte nur sein Kontor innerhalb der Stadtmauern. Neben seinem eigenen Wohnsitz errichtete Fontenay gleichzeitig das Doppelhaus - im Rahmen einer größeren Siedlung, in der Verwandte, Bekannte und Angestellte sich niederließen. Nach seinem Tod im Jahre 1835 gingen die umfangreichen Liegenschaften in den Besitz der Stiftung John Fontenay's Testament über. Diese Stiftung ist bis heute Grundeigentümerin des Geländes.

Die besondere Atmosphäre der Siedlung Fontenay noch im Jahre 1900 verdeutlicht eine Schilderung von Dr. Heinrich Merck: „Es war eine Enklave, eine stille Insel, ganz nah dem städtischen Betrieb und der Unruhe des Verkehrs und doch aus ihm abgesondert [ ... ]. Dieses Sonderdasein deuteten jedem, der dorthin seine Schritte lenkte, unmissverständlich zwei nun verschwundene Torpfeiler mit der Aufschrift 'Fontenay' als Überbleibsel klarer Trennung von der übrigen Welt an."

Das Baudenkmal

Das Gebäude präsentiert sich heute als zweigeschossiger Fachwerkbau auf massiv gemauertem Sockel. Es handelte sich ursprünglich um ein schlichtes Doppelwohnhaus, wobei jede Hälfte an der Ostseite über einen eigenen Eingang durch die Diele betreten wurde. An der Nordost- bzw. Südostecke befanden sich die Küchen mit heute in Teilen noch vorhandenen Herdstellen. Zum Mittelweg war ein größerer Raum mit Gartenzugang angeordnet. lm 20. Jahrhundert wurde das Haus zu einer zusammenhängenden Einheit umgebaut, wobei das nördliche Treppenhaus entfiel.

Die Stiftung Denkmalpflege beabsichtigte bei der Restaurierung den äußeren Charakter des Landhauses aus seiner Entstehungszeit wiederherzustellen. Das Gebäude wurde Fachwerk sichtig ausgeführt. Die später hinzugekommenen Fensterläden wurden aufgegeben. Stattdessen wurde die noch teilweise vorhandene Verbretterung des Obergeschosses über die ganze Etage vervollständigt. Zur dauerhaften Rettung des Hauses, dessen Fundamente schon sehr schadhaft waren, wurde es von einem neuen Keller unterfangen, der Platz für Lagerräume und Toiletten bietet. Mittels eines Farbgutachtens hat man sich der ursprünglichen Holzsichtigkeit und der cremefarbenen Schlemme über dem ausgemauerten Gefachen angenähert. Während für die Fenster entsprechend dem historischen Bildmaterial ein weißer Farbton gewählt wurde, sind die Eingangstüren tiefgrau gefasst.

Sanierung pmp Architekten
Farbgutachten Angelika Fischer-Menshausen

Die Lage des Denkmals entnehmen Sie bitte unserer Projektübersicht.

 
 
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